22.04.2017

Kanelbullar

Kane... Kanel... Kanel-was?
Kanelbullar!

Das sind diese kleinen Zimtschnecken die es in Schweden bei jedem Bäcker, und damit fast an jeder Ecke, geben soll. Ja soll, denn selbst war ich noch nie in Schweden. Daher muss ich mich an dieser Stelle, ganz gekonnt auf die Weisheiten die ich im weltweiten Netz nachlesen konnte, verlassen. Aber hej, wenn Schweden diesen kleinen Dingern einen eigenen Nationalfeiertag widmen kann, dann können die ja wohl nicht so schlecht sein oder?! Und da ich nicht bis zum nächsten 4.Oktober warten wollte, bis ich Kanelbullar am Kanelbullens Dag backen kann, musste ich die ganze Aktion einmal um ein paar Monate vorziehen.


Wie passend, dass Bammy für den Monat April kulinarisch, vom Sofa aus, dem schönen Schweden eh einen Besuch abstatten wollte. 😉 Kanelbullar sind simpel zubereitet, total lecker und schneller aufgefuttert als warme Semmeln.  

Während meiner Nachforschungen (ach, wie schön einfach das in der heutigen Zeit ist 😁), stieß ich immer wieder auf andere Rezeptvariationen. Alle hatten eines gemeinsam: Sie sollten alle Original schwedische Zimtschnecken sein... Hmm.. komisch, dachte ich mir da. Warum ist das Rezept dann immer irgendwie ein bisschen anders? Optisch unterschieden sich die Zimtschnecken nicht. Kein bisschen um genau zu sein. Als ich mir die Zutatenliste dann aber näher anschaute, stellte ich teilweise große Unterschiede fest.

Vor dem Backen. Anstatt Muffinförmchen, nutzte ich Backpapierstreifen.

Bei solch einem kleinen, großen Nationalgericht ist es allerdings auch nicht verwunderlich. Natürlich hat jede Region ihre eigene Variante der Kanelbullar und wahrscheinlich schwört auch jede Familie auf ihr eigenes, von Familienmitglied an Familienmitglied weitergegebenes, Rezept. Ich hatte also die Qual der Wahl. Welches Rezept wollte ich umsetzen?

Ich entschied mich für die Variante von Michaela, die den wunderschönen Blog herzelieb betreibt. Der Quark im Hefeteig hat mich sehr neugierig gemacht. Ich wollte unbedingt wissen, wie so ein Hefeteig sich verarbeiten lässt und natürlich auch wie dieser schmeckt. Zwar konnte ich keinen Kardamom auftreiben, dass hat dem Ganzen aber nicht sonderlich geschadet. Die kleinen Teilchen waren auf Arbeit schneller weg, als ich gucken konnte. Warme Semmeln sind nichts dagegen! 
Der Teig selbst war sehr geschmeidig während der Zubereitung und nach der Backzeit war er immer noch irgendwie cremig und ganz frisch, sogar richtig fluffig. Lecker!


Zutaten für den Teig Zutaten für die Füllung
500 g Mehl
60 g Zucker
75 g Butter
200 ml Milch
1 Tütchen Trockenhefe
1 Eßlöffel Quark
1/2 TL Salz
1 TL gemahlenen Kardamom
         (nach Michaelas Rezept)
40 g Butter
60 g Zucker
1 EL Zimt
Hagelzucker zum bestäuben






Alles parat? Dann kann es ja jetzt los gehen!
  1. Die Milch erhitzen und die Butter schmelzen. Das Mehl mit dem Zucker, der Hefe und dem Kardamom (falls du welchen bekommen hast) vermengen.
  2. In der Mitte mit deiner Faust eine Mulde drücken. Die warme Milch in die Mulde füllen und von außen nach innen das Mehl über die Mulde schaufeln. Währenddessen die flüssige, lauwarme Butter dazu geben und kräftig mit den Händen unterkneten. Den Quark (Zimmertemperatur) dazugeben und kräftig weiterkneten bis ein geschmeidiger, gleichmäßiger Teig entsteht. Wenn der Teig fertig wirkt, noch das Salz dazugeben und noch mal kneten.
  3. Den Teig, mit einem sauberen Tuch bedeckt, an einem ruhigen Ort bei Zimmertemperatur gehen lassen. Der Teig verdoppelt sich in ungefähr 45-60 Minuten.
  4. Den Teig, auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche, etwa 3 mm dick zu einem Rechteck ausrollen.
  5. Für die Füllung die Butter schmelzen und auskühlen lassen. Anschließend den Teig damit bestreichen. Zucker und Zimt mischen und mit Hilfe eines kleinen Siebes gleichmäßig über den Teig verteilen.
  6. Den Teig vorsichtig von der langen Seite aufrollen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden und in die Mulden eines Muffinbleches legen oder in Muffinförmchen. Beides ist möglich.
  7. Den Ofen vorheizen auf 220° Ober-/Unterhitze. Die Zimtschnecken können in der Zeit noch einmal ruhen und aufgehen. 
  8. Kurz bevor die Schnecken für 10 Minuten in den Ofen wandern, diese dünn mit Wasser bestreichen und mit dem Hagelzucker garnieren.


Also ich werde diese kleinen Teilchen auf jeden Fall noch einmal backen, dann aber mit Kardamom. Jetzt muss ich nur noch irgendwo mal welchen auftreiben. 


Kommentare:

  1. Oh Gott sehen die lecker aus!
    Ich liebe ja jegliche Art von Schnecken :D Mohn, Nuss, Zimt, alles total lecker! Und dann noch Hagelzucker ♥

    Ist auch eine gute Idee nur ebooks zu lesen. Aber die Bücher sehen so schön aus im Regal :D Und irgendwie machts auch Spaß - ist halt wie ein Hobby xD

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    1. Die Zimtschnecken sind auch recht einfach in der Zubereitung. Das schwerste ist noch die Knetarbeit. Lohnt sich also definitiv zum nachbacken! 😊

      Mir ging es früher genauso. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, zu lesen ohne ein richtiges Buch in der Hand zu haben. Das Gewicht in meiner Handtasche, und der Platz in meinem Bücherregal, haben mich dann irgendwann überzeugt doch mal diese eBooks auszuprobieren. 🙄

      Hab einen schönen Abend!
      nossy

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  2. Wenn ich das Wort Kanelbullar lese, dann weiß ich immer sofort, was gemeint ist und muss an Ikea denken... aber wenn mich jemand nach dem Namen der Zimtschnecken fragen würde, würde mir der Begriff nicht einfallen und wenn ich ihn nur höre, könnte ich ihn nicht fehlerfrei aufschreiben, fürchte ich :D Aber ein Nationalferiertag ist echt cool - hat bei uns außer dem Brot noch ein Gebäck auch einen eigenen Tag?

    Dass es zu Nationalgerichten immer unzählige Rezepte gibt, nervt mich manchmal ganz schön. Da will man nur mal kulinarisch über den Tellerrand schauen und läuft dann immer Gefahr, dass man das Gericht nie wieder essen will, weil man nur das falsche Rezept erwischt hat und daher dachte, das Gericht tauge generell nichts :(

    Also deine Schnecken sehen himmlisch aus!!! Jetzt will ich auch welche... obwohl, eigentlich hatte ich doch als nächstes Gebäck Rhabarber-Schnecken kreieren wollen. Mhh...

    Kardamom gibt es bei Edeka, soweit ich weiß. Zumindest meiner ist da her.

    Liebe Grüße

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    1. Oh, dass weiß ich gar nicht, was es alles für einen "Tag der..." gibt. Im Internet gibt es sicherlich irgendwo eine nette Übersicht. Onkel Google kann da bestimmt weiterhelfen.

      Der Mann bei mir zu Hause mag leider keinen Rhabarber, sonst würde ich solche Schnecken auch gerne mal ausprobieren. ☺

      Übrigens habe ich Samstag tatsächlich noch im Real welchem gefunden. Die nächste Backsession kann also starten.

      Lieben Gruß, nossy

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  3. Ahhh ich würde die grade so gerne essen haha :D Ich war letztens in Stockholm und habe da meine Liebe zu ihnen entdeckt!

    Schöner Post

    Liebe Grüße,
    Alina von www.selfboost.de

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    1. Danke. Es freut mich, dass er dir gefällt. 😄

      Viele Grüße,
      nossy

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  4. Kanelbullar will ich ja auch schon so lange mal backen! Ich finde deine sehen absolut lecker aus und ich kann verstehen, dass sie in der Arbeit gleich weg waren. Das Rezept speichere ich mir gleich mal ab, damit ich es nicht vergesse. Hoffentlich gelingen sie mir dann auch so toll wie dir :) Liebe Grüße, Julia

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    1. Vielen Dank und ganz bestimmt! Michaelas Rezept ist wirklich sehr gut nachzumachen. Das Geheimnis ist einfach: geduldig und kräftig kneten. :)

      Viele Grüße,
      nossy

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