10.01.2017

Breakfast at Tiffany's

Neulich frühstückten wir urgemütlich am Küchentisch mit leckeren, warmen Brötchen, Rüherei und einem Tässchen Cappuchino. Das Radio spielte im Hintergrund und plötzlich ertönte Deep Blue Something - Breakfast at Tiffany's. Ich mag den Song, er bringt gute Laune und ist herrlich zum mitsingen geeignet. Mein Fuß begann zu wippen und mir fiel eine Geschichte wieder ein. Eine Geschichte über nossy in New York.



Im Jahr 2011 zwischen Weihnachten und Neujahr bot sich mir die Gelegenheit für ein langes Wochenende nach New York zu fliegen. Den Weihnachtszauber in New York würde ich noch erspüren können, Sylvester zwar selbst nicht mehr - aber egal, ich ergriff die Chance und nutzte sie.



Ich kam im 28. Stockwerk eines Hotels unter. Das höchste Stockwerk in einem Wohngebäude in dem ich jemals war. Hier war ich wirklich nur zum schlafen, denn von früh bis spät erkundete ich das New Yorker Leben. Ich futterte mich durch Pancakes und Burgers, trank Milchshakes und aß NY Cheescakes zum Kaffee. Entdeckte zauberhafte, ausgefallene MiniCupcakes die trauriger weise nicht nach Europa verschifft wurden und ich stand Stunde um Stunde an vielen Attraktionen und Sightseeingpoints an, war dabei aber jedesmal so intelligent gewesen gleich früh morgens da zu sein, so dass sich meine persönliche Wartezeit jeweils als ertragbar erwies. 



Nachmittags streifte ich zu Fuß durch die Stadt, bestaunte die überladenden und traumhaften Schaufenster der Geschäfte. Block um Block verirrte ich mich und fand dann doch immer wieder an einen zentralen Punkt zurück. Auf einen dieser Streifzüge entdeckte ich Tiffany's, also Tiffany & Co. Weil mir auch damals sofort wie ein Geistesblitz der Song von Deep Blue Something einfiel, stürmte ich voller Begeisterung das Geschäft.

Als ich die vielen edel gekleideten Menschen erblickte und die Verkäufer im Anzug und die Verkäuferinnen im Kostümchen entdeckte, zögerte ich kurz. Okay, hier stimmte etwas nicht. Das sah nicht wie ein Restaurant aus. Ganz im Gegenteil. Ein Blick in die Auslage die mir am nächsten war lies mich schwindeln. Hier gibt es Schmuck. Sehr teuren Schmuck. Unbezahlbaren Schmuck! Du meine Güte?! Wo war ich denn hier gelandet?



Freudestrahlend sprach mich ein Verkäufer nach dem anderen an. Schließlich fand jetzt zwischen Weihnachten und Neujahr die Rabattschlacht schlechthin statt. Überall prangten rote Schilder mit 50%, 60% oder 70% Sale. Die Kunden waren Kaufwillig. Ich nicht. Mir schwindelte es von den Preisen. Ich wollte sehen wo man hier Frühstücken konnte, sonst nichts! Ich stiefelte also geradeaus zu den Fahrstühlen und suchte eine Etagenübersicht. Ich weiß nicht wie viele Verkäufer mich auf dem Weg dorthin angesprochen haben und wie viele ich abweisen musste, aber irgendwann hatte ich es geschafft.

Und da stand ich nun an den Fahrstühlen, bei der Etagenübersicht. Und da gab es kein Restaurant, kein Cafè, kein Nichts. Na toll. Ich wollte doch gerne ein Frühstück bei Tiffany's! Während ich da so stand und grübelte und realisierte, dass es hier nichts Essbares gab (und währenddessen wieder mehrere Male von Verkäufern angesprochen wurde) atmete ich tief durch und suchte rasch das Weite. 

Kein Breakfast at Tiffany's für nossy. 😉



New York war ein aufregender Trip. Die Zeit ein bisschen knapp, die Fotomomente zu kurz geraten, die Eindrücke dafür bleibend. 

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