22.10.2016

Was Minimalismus in meinem Leben bedeutet

Mir ist aufgefallen, dass ich hier auf dem Blog schon lange nicht mehr über Dinge geschrieben habe, die mich nachdenklich machen, die mich bewegen oder mich sonst in irgendeiner Art und Weise beschäftigen. Ich erfreue mich so an meinen Beiträgen rund um Reisen und Ausflüge - und ich hoffe du auch!? - dass dieser Teil meines Blogs irgendwie immer kleiner und kleiner geworden ist. Dabei ist Welt & Farben kein reiner Travel- oder Lifestyle-Blog. Mir fällt es schwer meinen Blog in eine Kategorie zu schubsen, ich weiß nur ich möchte diesen Part der Dinge die mich beschäftigen auch wieder mehr Raum bieten. Daher fange ich auch heute gleich mal damit an!

Flower


Und zwar mit dem Thema Minimalismus als Lebensstil. 
Ich beschäftige mich mit der Frage was Minimalismus überhaupt ist, was es für Menschen sind die der Minimalismus-Bewegung angehören, wie ich dazu stehe und was Minimalismus in meinem Leben bedeutet. Daher lade ich dich herzlich dazu ein meine Gedankengänge zu folgen (also zu lesen) und mir anschließend im Kommentarfeld deine Meinung mitzuteilen. :)

"Minimalismus" hat sich zu einer Bewegung transformiert, die ich mit gutem Sicherheitsabstand betrachte. Denn Minimalismus ist aktuell einfach nur IN. Überall lese ich davon. Blogs zu diesem Thema sprießen seit einiger Zeit immer mehr aus dem Boden, Bücher gibt es darüber so einige und mittlerweile hat das Thema sogar schon das ein und andere TV-Format erreicht. In vielen Unterhaltungen, Diskussionen und in gut gemeinten Ratschlägen wird immer wieder dieses Wort verwendet: Minimalismus.

Doch was ist Minimalismus überhaupt für ein Lebensstil?

Unsere Tante Wiki erklärt dies mit folgenden, einfachen Worten:

Minimalismus [...], bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht. Konsumkritische Menschen versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmteres, erfüllteres Leben zu führen. [...] Es gibt sehr unterschiedliche und individuelle Ausprägungen von 'einfaches Leben'.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Einfaches_Leben

Was sind Minimalisten für Menschen?

Minimalisten sind ganz normale Menschen wie du und ich. Vermutlich haben die meisten Minimalisten irgendwann einmal ein Schlüsselerlebnis gehabt, was sie dazu bewogen hat nach und nach ihren eigenen Lebensstil zu überdenken. Bei den einen war es ein persönlicher Schicksalsschlag, anderen geht es um die Umwelt und wiederum andere merken zunehmend das ihr aktueller Lebensstil für sie selbst nicht gesund ist, sie wollen eine Veränderung. In einer Welt die durch und durch auf Konsum aufgebaut ist - mehr, mehr und noch viel mehr vom "haben wollen" - strebt der Mensch nach dem Gegenteil. Es ist das Anderssein, der Wunsch nach Veränderung und Natürlichkeit was den Reiz ausübt. 
Oft verzichten Minimalisten nicht nur auf unnötigen Konsum, sie sortieren ihr Hab und Gut aus. Verschenken was sie nicht brauchen oder verkaufen es auf dem Flohmarkt, eBay und Co. Sie achten auf ihre Ernährung, versuchen mehr Bio-Produkte zu kaufen oder zumindest auf regionale Ware zurück zu greifen. Sie versuchen das Große und Ganze zu sehen, wollen über den (Umwelt-)Tellerrand hinausblicken und dabei stets ihre persönliche Mitte finden, Zufriedenheit erfahren, Glück erleben.

Ist Minimalismus dann nicht etwas "Gutes"?

Da Minimalismus nicht für jeden Menschen das Gleiche bedeutet, sondern nur eine Richtung vorgibt, gibt es daran sicherlich nichts verwerfliches. Zumindest fällt mir kein wirklicher Grund ein warum Minimalismus etwas schlechtes sein sollte. Höchstens das es unserer Wirtschaft schlecht ergehen würde, wenn wir jetzt alle aufhören würden Überflüssiges zu konsumieren. Unsere arme Wirtschaft würde dann wohl den Bach runtergehen...

Genau genommen klingt das alles doch fantastisch oder? Tue unserer Umwelt etwas Gutes und dir geht es gut. Ich finde, so einfach ist es leider nicht immer. Verstehe mich nicht falsch, die Umwelt ist mir ganz und gar nicht egal! Ich habe beispielsweise schon als Kind keinen Müll einfach auf die Straße oder in den Wald geworfen weil ich wusste das es für die Umwelt nicht gut ist. Aber nur weil ich der Umwelt etwas "gutes" getan habe, ging es mir im allgemeinen trotzdem nicht "gut". 
Und genau das ist es, was mir an der aktuellen Minimalismusbewegung missfällt. Mittlerweile suggeriert diese Bewegung ein Lebensgefühl das nicht jeder erreichen kann oder besser gesagt erfahren wird, was der "Minimalismus" allerdings zu versprechen scheint. Gerade in Hinblick dessen, dass es keine Grenzen für die Begrifflichkeit gibt. Enttäuschung ist somit vorprogrammiert. Individualität geht mehr und mehr verloren, weil selbsternannte Minimalismus-Gurus einen ihren richtigen Weg aufzeigen wollen, da man in ihren Augen noch nicht genug geändert hat. Es endet in einem Wettkampf. Immer mehr, immer besser, höher, weiter... Natürlich, schwarze Schafe gibt es überall. Nur in einer Bewegung die durch und durch eine positive Veränderung beabsichtigt trägt jedes schwarze Schaf doppelt so schwer.

Gibt es Minimalismus in meinem Leben?

Aber ja. Auch wenn ich dieser ganzen Bewegung eher skeptisch gegenüberstehe, dem Grundprinzip des Minimalismus kann man auch in meinem Verhalten wiederfinden. Allerdings brauchte ich dafür keine Minimalismusbewegung, Foren oder Facebookgruppen. Die Grundsteine dafür wurden schon in meiner Kindheit und Jugendzeit gelegt. Erziehung, Wertschätzung, Moral und Ethik sind hier nur ein paar Bausteine die einen Einfluss hatten und haben.

Zudem spart es unheimlich Geld wenn man sich nicht ständig etwas Neues kaufen muss nur um es zu besitzen. ;)  Und der alleinige Besitz von Dingen macht nicht glücklich. Und doch gibt es immer mal wieder Momente wo der Kauf einer neuen Tasse, Jacke (oder was auch immer) für den Moment Glücksgefühle auslöst. Und das ist für mich auch gut so. Denn Minimalismus ist nur ein Wort. Es bedeutet nichts. Das was für mich zählt ist die Lebenseinstellung!

Und das Ende vom Lied?

Ich bin überzeugt, dass jeder seinen Mittelweg finden muss. Der eine braucht etwas mehr Konsum, etwas mehr Chaos und vielleicht auch etwas mehr Farbe im Leben. Der andere kommt bestens mit Verzicht (denn im besten Fall ist es für den Minimalisten kein Verzicht), klaren Linien und einem Spartanischen Lebensstil aus. 

Meiner Meinung nach sollte einfach jeder in gewissen Abständen sein Verhalten immer mal wieder hinterfragen. Sich vor allem selbst die Frage stellen: Macht mich das Glücklich? Brauche oder will ich das wirklich? 


Und jetzt bist du dran, was bedeutet Minimalismus für dich? Was bedeutet es in deinem Leben? Oder geht dir das ganze Minimalismusgerede sprichwörtlich am Popo vorbei?

Kommentare:

  1. Mich interessierte das Thema Minimalismus sehr, aber aufgrund der aufsteigenden Minimalismus-Szene, nervt es mich. Angefangen hat es mit einem Blog (ich nenne ihn hier mal nicht) und daraus entstandene eBooks.

    Wenn ich die Blogs lese, was sie weglassen und auf was sie achten, denke ich meist: Mache ich schon immer so!

    Entweder weil ich zu geizig für so ein Unsinn bin (Coffee to go von Starbucks z.b.) ooooder weil mir das Geld fehlt (übervolle Kleiderschränke usw.)

    Und jetzt: No Make up ist minimalistisch toll! Ohjey... Aha, als wäre das was Neues das Make Up teuer und nicht gut für die Haut ist...

    Minimalismus ist wie vegane Ernährung. Es ist okay, aber muss man damit nerven? ;)

    Bin also ganz deiner Meinung =)

    LG
    Bammü

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja besonders dieser minimalistische Trend No Make-up, bzw. Naked Faces rufen riesige Fragezeichen bei mir auf. Da ich es einfach nicht als etwas besonderes empfinden kann. Das hat eben auch was mit Einstellung und auch mit dem Selbstwertgefühl zu tun. Jemand der tagtäglich Schichten von Make-up aufträgt, für denjenigen mag es vielleicht etwas besonderes sein, ja minimalistisch sein, darauf zu verzichten. Für jemand der das nicht braucht, für denjenigen ist es einfach etwas ganz normales. Irgendwie ist das wahrscheinlich ja auch bei jedem Trend ähnlich.

      Eines haben dann alle Trends dann aber auch gemeinsam: irgendwann sind sie vorbei (zumindest für ein paar Jahre oder Jahrzehnte, bis sie dann wieder entdeckt werden ;D).

      LG, nossy

      Löschen

Hat dir der Beitrag gefallen? Schreib mir einen Kommentar und sag mir deine Meinung. Ich freue mich immer über ehrliche und hilfreiche Rückmeldungen.