07.10.2014

Der Meister und der Professor

Nan-in, ein japanischer Meister der MEJI-Zeit (1868 bis 1912), empfing den Besuch eines Universitätsprofessors, der etwas über Zen erfahren wollte. Nan-in servierte Tee. 
Er goss die Tasse seines Besuchers voll und hörte nicht auf, weiterzugießen.
Der Professor beobachtete das Überlaufen, bis er nicht mehr an sich halten konnte:
"Es ist übervoll. Mehr geht nicht hinein!"
"So wie diese Tasse", sagte Nan-in, sind auch Sie voll mit Ihren Meinungen und Spekulationen. 
Wie kann ich Ihnen Zen zeigen, bevor Sie Ihre Tasse geleert haben?"

Diese oder eine ähnliche Szene kennt ihr doch bestimmt auch aus irgendeinen Film. Ich finde dies passt auch perfekt zu dem Thema Lebensumstellung.

Wie wahrscheinlich die meisten von euch, möchte auch ich meine Gewohnheiten auf eine gesündere Lebensweise umstellen, d.h. mich gesünder ernähren und mich mehr bewegen um so nicht nur mein Gewicht ein wenig zu reduzieren, sondern vorallem um mein gesundheitliches Wohlbefinden zu steigern. Nun, dazu gibt es bekanntlich mehrere Wege, auf die ich jetzt nicht genauer eingehen werde. So nach dem Motto "volle Tasse", gehe ich davon aus das ihr sowieso wisst was es für Möglichkeiten gibt. Und wahrscheinlich ist genau das, dass Problem. Wir konzentrieren uns zu sehr auf das Wissen anderer, anstatt auf unserem eigenen Körper zu hören.

Das Ziel haben wir also, den Weg kennen wir im Großen und Ganzen auch. Was folgt als nächstes? Natürlich loslaufen! Und Plumps nur wenige Meter von unserem Startpunkt aus fliegen wir volle Kanne auf die Schnauze. Einfach so. Nein, nicht einfach so, irgendwas ist doch immer! Die kleinen und großen Stolpersteine haben wir natürlich gekonnt ignoriert, weil wir nur das Ziel vor Augen hatten.
Merke: Das kann also nicht gut gehen!

Das Geheimnis ist also die Stolpersteine zu identifizieren und beiseite zu räumen. Und dies ist meist die größte Herausforderung, wie ich finde. Denn die Stolpersteine liegen nicht immer einfach auf dem Weg herum, sondern müssen in unserem eigenen Verhalten erkannt und entlarvt werden. Erst dann können wir sie Schritt für Schritt zur Seite räumen. Manche wollen aber nicht am Wegesrand liegen bleiben, mit diesen müssen wir lernen im gesunden Gleichgewicht zu leben...

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